Tierische Neuigkeiten aus Zoo und Tierpark

Liebe auf den ersten Blick. Das neue Gorilla-Oberhaupt Sango im Berliner Zoo kommt bei Gorilla-Dama Bibi sehr gut an. Foto: Zoo BerlinLiebe auf den ersten Blick. Das neue Gorilla-Oberhaupt Sango im Berliner Zoo kommt bei Gorilla-Dama Bibi sehr gut an. Foto: Zoo Berlin

Sango ist der neue Gorilla-Mann im Zoo Berlin.

Foto: Zoo Berlin Pairi Daiza

Sango. Foto: Zoo Berlin Pairi Daiza

Er hat unzählige Muskeln, trägt silbernes Rückenhaar und ist nun der größte Menschenaffe im Zoo Berlin – seit dem 5. Februar 2019 hat die Berliner Gorilla-Gruppe damit ein neues Oberhaupt. Ivo, das bisherige langjährige Leittier der Gorillas hatte sich als zeugungsunfähig erwiesen.  Damit die genetisch-wertvollen Berliner Gorilla-Weibchen dennoch für Nachwuchs sorgen können, entschied der Zoo Berlin,  Ivo an den Zoo Saarbrücken abzugeben. Gorillas sind heute durch die enorme Zerstörung ihres Lebensraumes sowie die illegale Jagd vom Aussterben bedroht. Somit trägt jedes geborene Jungtier bedeutend zur Erhaltung der Art bei.

Liebe auf den ersten Blick

Als Ivos Nachfolger ist der stattliche Gorilla-Mann Sango nun aus dem Belgischen Zoo Pairi Daiza in den Zoo Berlin gezogen. Sango, am 12.08.2004 im französischen Zoo Romagne geboren, gilt als ausgeglichener und ruhiger Silberrücken. Der neue Gorilla im Zoo Berlin fühlt sich sichtlich wohl.  Die ersten Stunden in seiner neuen Umgebung haben gezeigt, auch ein rund 230 kg schwerer Silberrücken kann ganz sanft sein. Ein schüchterner Blick hier, eine kurze Berührung da – für den neuen Gorilla-Mann Sango (14) und Gorilla-Dame Bibi (21) war es scheinbar Liebe auf den ersten Blick.

Gorilla Sango. Foto: Zoo Berlin Pairi Daiza

Gorilla Sango. Foto: Zoo Berlin Pairi Daiza

Gespannt hatte das Team aus Tierpflegern und Kuratoren das erste Zusammentreffen der Tiere beobachtet. Nachdem sich der stattliche Gorilla zunächst in seiner neuen Anlage umgeschaut hatte, durften Mpenzi (33), Bibi (21) und Djambala (17) nacheinander “den Neuen“ kennenlernen. „Das erste Treffen zwischen den Gorillas war für mich als Tierarzt wirklich beeindruckend. Wir haben Gesten beobachten können, die wir bei Gorillas noch nie wahrgenommen haben. Als Zeichen der Zuneigung hat Bibi dem Gorilla-Männchen beispielsweise ihren Handrücken präsentiert“, erklärt der Kurator für Menschenaffen Dr. André Schüle. Gorilla-Dame Bibi war von der ersten Minute Feuer und Flamme und wich Sango nicht mehr von der Seite.  Bibi gilt als ausgeglichener und sehr fürsorglicher Charakter. Mit etwas Glück werden Sango und Bibi in Zukunft für Nachwuchs sorgen.

Im Zoo Berlin leben insgesamt fünf Westliche Flachlandgorillas. Neben der Gruppe mit neuem Oberhaupt, genießt Gorilla-Seniorin Fatou (61) als ältester Gorilla der Welt ihren Ruhestand auf einer separaten Nachbaranlage.

Heimkehr einer besonderen Art

Takin. Foto: © 2018 Tierpark Berlin

Takin. Foto: © 2018 Tierpark Berlin

Stämmige Beine, massive Hörner – dieses seltene Huftier scheint geradewegs aus einer mystischen Fabel entsprungen zu sein. Die etwas kurios aussehenden Takine sind in ihrem natürlichen Lebensraum – den Gebirgshängen des Himalayas – bisher weitestgehend unbekannt. Dies wird sich nun ändern. Fünf Tiere zogen im Januar 2019 in den Padmaja Naidu Himalayan Zoo in Darjeeling, der nun als aktuell einziger Zoo Indiens Takine hält. Die zwei Männchen Danny und Charles und das Weibchen Claire kamen im Tierpark Berlin zur Welt. Ein weiteres Weibchen wurde im Tierpark Hellabrunn in München sowie ein Männchen im Zoo Antwerpen geboren. Rund einen Monat vor der Abreise lernten sich die Tiere bereits im Tierpark Berlin kennen und verbrachten dort die nötige Quarantänezeit gemeinsam.

Takine in ihrer neuen Heimat. Foto Tierpark Berlin

Takine in ihrer neuen Heimat. Foto Tierpark Berlin

Im Anschluss traten sie die Reise in maßgeschneiderten Transportboxen – bestückt mit ausreichend Heu, Möhren und frischem Wasser – an. Begleitet wurden die Tiere von zwei erfahrenen Mitarbeitern des Tierpark Berlin, die ihnen Transport und Eingewöhnung erleichterten.

Takine gehören wohl mit zu den unbekanntesten Huftieren der Erde. Ihr Körperbau erinnert an ein Rind, aber gleichzeitig auch an eine Ziege. Dadurch sind Takine ideal an die rauen Bedingungen ihres natürlichen Lebensraums angepasst. Mishmi-Takine kommen in den Mishmi-Bergen des Dreiländerecks Indien, China und Myanmar vor. „Neben dem Mishmi-Takin gibt es noch zwei weitere Unterarten dieser besonderen Tierart, den Gold- und den Sichuan-Takin. Als einer von weltweit zwei Zoos hält der Tierpark Berlin alle drei Unterarten.

Gibbon ist „Zootier des Jahres 2019“

Gibbon Frieda. Foto Tierpark Berlin

Gibbon Frieda. Foto Tierpark Berlin

Mit einer einzigartigen Leichtigkeit hangeln sie sich mit ihren langen Armen von Ast zu Ast – die Gibbons begeistern von Frühjahr bis Herbst die Besucher des Tierpark Berlin mit ihren akrobatischen Fähigkeiten. Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) hat den Gibbon nun zum „Zootier des Jahres 2019“ gewählt. Die bedrohten Affen sollen dadurch mehr Aufmerksamkeit erhalten, um zoologische Einrichtungen sowie Schutzprojekte bei deren Schutz zu unterstützen. 

„In China sind allein in den vergangenen 20 Jahren zwei Gibbon-Arten für immer verschwunden, vom Menschen vollständig ausgerottet“, berichtet Dr. Sven Hammer von der ZGAP. „Dieses Schicksal wollen wir den verbleibenden Gibbons unbedingt ersparen.“  So sollen Gelder gesammelt werden, um konkrete Maßnahmen zum Erhalt der Gibbons zu unterstützen. Konkret beteiligt sich die Kampagne „Zootier des Jahres“ an der Finanzierung von zwei Projekten in Laos und Vietnam: In dem südostasiatischen Schutzgebiet Nakai-Nam Theun in Laos leben die vom Aussterben bedrohten Weißwangen-Schopfgibbons. Um die dortige Wilderei zu reduzieren, patrouillieren im Rahmen des „Project Anoulak“ ausgebildete Ranger durch den Wald.

 

 

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