Bijoux Bijoux! Modeschmuck von Chanel bis Dior im Kunstgewerbemuseum

Das mehrreihige Perlcollier mit roten Glasherzchen und Perlfransen von Moschino aus den 1990er-Jahren und noch viele weitere sensationelle Modeschmuckstücke sind im Berliner Kunstgewerbemuseum zu bewundern. Foto: ©Hartmut Springer, GronauDas mehrreihige Perlcollier mit roten Glasherzchen und Perlfransen von Moschino aus den 1990er-Jahren und noch viele weitere sensationelle Modeschmuckstücke sind im Berliner Kunstgewerbemuseum zu bewundern. Foto: ©Hartmut Springer, Gronau

Von Katharina Zawadsky.

Wer Modeschmuckstücke sehen möchte, die an Opulenz nicht zu überbieten und zum Teil ebenso teuer und kostbar sind, wie echte Preziosen, der wird im Kunstgewerbemuseum nicht aus dem Staunen herauskommen.

Gisela Wiegert, eine der bedeutendsten und kompetentesten deutschen Schmucksammlerinnen zeigt einige der schönsten und wichtigsten Stücke aus ihrer Kollektion von beeindruckenden Meisterwerke des Modeschmucks aus der Zeit von 1930 bis 2007.

Gisela Wiegert. Foto. Ingrid Müller-Mertens

Gisela Wiegert. Foto. Ingrid Müller-Mertens

Seit gut dreißig Jahren hat sich die passionierte Sammlerin diesem ebenso spannenden wie kostspieligen Hobby verschrieben. Wer das Glück hatte, sie bei der Ausstellungseröffnung zu erleben versteht sofort die Leidenschaft und auch die tiefe Befriedigung, wenn ein lange gesuchtes, vielleicht sogar verschollenes Stück aufgetrieben werden konnte. katzeGisela Wiegert  beeindruckt mit großer Sachkenntnis und Liebe zum Detail. Sie kennt quasi den „Lebenslauf“ eines jeden Stückes: Geburtsjahr, Herkunft, Material, Gestalter und Bestimmung.

 

Denn es handelt sich hier nicht um Dutzendware sondern kostbare Unikate, die mit beeindruckender Kunstfertigkeit und Qualität in Handarbeit gefertigt wurden. Allesamt berühmte Entwürfe großer Modehäuser und namhafter Designer wie Coco Chanel, Christian Dior oder William de Lillo, die nun erstmals in Berlin zu sehen sind.

Gisela Wiegerts besondere Leidenschaft gilt dem Couture-Schmuck aus dem Hause Dior, an dem man sich in der Ausstellung nicht sattsehen kann. Der Pariser Modedesigner ließ für seine Modeschauen auch jeweils den passenden Schmuck herstellen. Für ihn war Modeschmuck ein unverzichtbares Acceessoir, das der jeweiligen Grderobe erst den individuellen Touch gab. Seine einzigartigen Kreationen sind daher heute auch kulturhistorisch von großem Wert. Fertigen ließ Dior die Meisterwerke in Deutschland In Idar-Oberstein und Neugablonz, fand er Schmuckgestalter, die in höchster handwerklicher und künstlerischer Qualität seine Entwürfe umsetzen konnten.

Coco Chanel war die erste Modeschöpferin, die die kreativen Möglichkeiten von Modeschmuck erkannte und ihn ab den frühen 1930er-Jahren gezielt als gestalterisches Element ihrer Kollektionen einsetzte. Andere Couturiers folgten und heute kreiert fast jedes große Modehaus Saison für Saison eine eigene Schmucklinie. Modeschmuck oder besser gesagt „Couture-Schmuck“ ist zu einem festen Bestandteil der Haute-Couture-Kollektionen geworden und entwickelt einen eigenen künstlerischen Anspruch, der ihn vom Vorbild des „echten“ Schmucks unterscheidet.

 

Der Rundgang in der Modegalerie des Kunstgewerbemuseums zeigt in unmittelbarer Nachbarschaft die vielfältige Wechselwirkung von Schmuck und Mode und bietet mit Arbeiten von Coco Chanel, Coppola und Toppo, Eisenberg, Miriam Haskell, Kenneth J. Lane, William de Lillo, Pricharé, Trifari bis hin zu Elsa Schiaparelli, Vendôme und Albert Weiss einen einzigartigen Überblick über die Entwicklung des Modeschmucks in Europa und den USA von 1930 bis heute. Ein gesonderter Ausstellungsteil widmet sich ausschließlich den Kreationen aus dem Haus Dior und zeigt, nach Jahrzehnten gegliedert, fulminante Ensembles von 1955 bis 2007. Die  rund 500 einmaligen Objekte aus der Sammlung Gisela Wiegert sind erstmals in Berlin zu sehen.

 

Bijoux Bijoux! Modeschmuck von Chanel bis Dior

  1. Oktober 2018 – 27. Januar 2019

Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin und der Sammlung Gisela Wiegert

www.smb.museum

 

 

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