Eine Liebeserklärung an das Leben: Die VIVID Grand Show feierte ihre Weltpremiere in Berlin

Lebensfreude und opulente Farbenpracht in der neuen Friedrichstadt-Palast-Revue VIVID. Foto: Ingrid Müller-MertensLebensfreude und opulente Farbenpracht in der neuen Friedrichstadt-Palast-Revue VIVID. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Von Klara Berger.

Die neue VIVID Grand Show im Friedrichstadt-Palast ist eine Liebeserklärung an das Leben und überrascht mit überbordenden Sinneseindrücken. In erster Linie ein opulenter Farbenrausch.  Wie schon in den letzten Revuen gibt es eine Story, die sich als roter Faden durch die einzelnen Nummern zieht: Die junge R’eye wird in eine Androidin – halb Mensch, halb Maschine – transformiert. Fremdsteuerung bestimmt ihr Dasein, doch die Sehnsucht nach Freiheit bleibt lebendig. Eines Tages tanzt sie aus der Reihe. Mit strahlenden Augen sieht sie die Welt neu, die überwältigende Schönheit der Dinge, die wir oft übersehen.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

Auf Deutsch bedeutet vivid farbenfroh, leuchtend, lebendig. Das im Shownamen VIVID hervorgehobene Kürzel ID bezeichnet im Englischen die menschliche Identität ( identity ), die R’eye so sehr zu finden hofft. Klingt kompliziert und wirkt auch etwas aufgesetzt und nicht immer überzeugend. Aber dank fantasievoller Kostüme, beeindruckender Bühnenbilder, grandioser Lichteffekte und nicht zu vergessen der avantgardistischen Hutkreationen von Philip Treacy ist es stimmig. Nicht zu vergessen die exzellente Lifeband. Das extravagante Kostümdesign stammt von dem in Paris lebenden Modeschöpfer Stefano Canulli. Immerhin die bisher teuerste Show in Europa, wie Intendant Berndt Schmidt wissen lässt. Das Produktionsbudget beträgt stolze zwölf Millionen Euro, so viel wie noch nie.

Die glanzvolle Weltpremiere ließen sich natürlich auch viele Prominente aus dem Showbusiness, Politik und Sport nicht entgehen, u.a.: Caroline Beil, Inka Bause und Hollywoodstar Barbara Eden (v.li)

Begeistert von der Show zeigten sich auch: Modedesignerin Jette Joop, Gesundheitsminister Jens Spahn und Bandleader Andrej Hermlin und seine Frau.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

 

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Foto: Bringhoff_Moegenburg

Erstmals in der 99-jährigen Geschichte des Hauses führt eine Frau Regie. Und das ist durchaus zu bemerken. Die in Las Vegas lebenden Autorin und Regisseurin Krista Monson feiert in eindrucksvollen Bildern die üppige Natur mit ihrer vielseitigen Flora und Fauna im Gegensatz zum kalten, lebensfeindlichen Kosmos, die bei ihr von einer androiden Zivilisation bevölkert wird, die höchst einseitig und total gleich geschaltet nach einem einfachen binären Code gesteuert wird. Auch der traditionelle Höhepunkt einer jeden Show, die frenetisch bejubelte Girlreihe, präsentiert sich nicht wie üblich als Sexy-Kompagnie mit 64 traumhaft schönen Beinen, sondern wird zu einer eher etwas unterkühlten futuristischen Armee, die nicht aus Fleisch und Blut zu sein scheint. Absolut folgerichtig in Zeiten der Me-Too-Debatte. Für den einen oder anderen Fan der weltweit einmaligen Showattraktion eher etwas gewöhnungsbedürftig.

Akrobatik und Ballett scheint diesmal eher mit weiblichen Augen ausgewählt. Männliche Erotik ist Trumpf.

Intendant Berndt Schmidt und Regisseurin Krista Monson. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Regisseurin Krista Monson und Intendant Berndt Schmidt . Foto: Ingrid Müller-Mertens

Für Intendant Berndt Schmidt,  der alle großen Publikumserfolge seit 2008 produzierte, ist VIVID auch ein Gegenentwurf zu aktuellen Entwicklungen: „Wir setzen manchen Tendenzen unserer Zeit eine Liebeserklärung an das Leben entgegen. Insofern ist VIVID Unterhaltung auf höchstem Niveau, ohne erhobenen Zeigefinger, aber im Kontext der Gegenwart auch nicht unpolitisch.“ Nicht ohne Grund erstrahlt der von Philip Treacy gestaltete Kopfputz auf dem Showplakat in allen Farben des Regenbogens – ein klares Bekenntnis zu Respekt und Offenheit.

www.palast.berlin

 

 

 

 

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