Per Live-Stream nach Breslau

Hallo nach Breslau und zurück. Foto: Ingrid Müller-MertensHallo nach Breslau und zurück. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Leider ist es nach wie vor langwierig und umständlich, in die reizvolle europäische Kulturhauptstadt Breslau/Wroclaw zu reisen. Obwohl die altehrwürdige schlesische Metropole nur gut 300 Kilometer von Berlin entfernt ist, hält sich der Ansturm von Touristen in Grenzen. Das mag einmal daran liegen, dass bisher von polnischer Seite zu wenig getan wurde, um die überaus sehenswerte Stadt an der Oder bekannt und interessant zu machen. Zum anderen ist sie nicht so leicht zu erreichen. Es gibt von Berlin aus weder eine ständige direkte Zugverbindung noch eine Non-Stop-Flugmöglichkeit. Zwar verbindet nun für einige Wochen der temporär eingerichtete „Kulturzug“ die deutsche Hauptstadt am Wochenende direkt mit der Hauptstadt von Niederschlesien, die lange Fahrzeit von gut viereinhalb Stunden ist nicht gerade tourismusfördernd.

Das muss auch schneller gehen, dachten sich die Stadtoberhäupter an der Spree und an der Oder. Und da das real offenbar nicht machbar ist, entstand ein bisher ziemlich einmaliges Projekt, durch das sich die Einwohner beider Städte über einen superschnellen IP-Stream in Echtzeit treffen und einander näherkommen können. Luneta macht´s möglich. Per Teleskop – so das deutsche Wort für Luneta – können sich die Berliner aus dem Stand virtuell über die superschnelle Datenautobahn gen Osten beamen, direkt auf den quirligen Bahnhofsvorplatz von Breslau. Die Breslauer wiederum schauen per Internetkamera und Videoleinwand am Bahnhof Friedrichstraße vorbei.

Anlässlich der Eröffnung dieser virtuellen Begegnungsstätte am 9.Mai freuten sich Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Rafał Dutkiewicz, Stadtpräsident von Wrocław, über die effektvolle multimediale Luneta-Installation, die nun für zwei Monate die Kulturhauptstadt Breslau/Wrocław mit Berlin verbindet und  einen direkten audio-visuellen Austausch ermöglicht. Über insgesamt 60 HD-Bildschirme an den Wänden im Luneta-Iglu und eine Großleinwand werden die Live-Bilder in die jeweils andere Stadt übertragen- Man kann sich gegenseitig sehen, zuwinken und auch schriftliche Botschaften hin und herschicken über ein extra großes Touchpad.

„Breslau und Berlin sind zwei sehr vitale Städte mit einem reichen kulturellen Leben, das insbesondere von Berliner Seite noch zu entdecken ist“, sagt Volkmar Umlauft, Künstlerischer Leiter von Luneta. In beiden Städten wird daher vor den Kameras nicht nur hin und her gewinkt, sondern ein vielfältiges Begleitprogramm zum gegenseitigen Kennenlernen angeboten. Geplant sind virtuelle Stadtführungen, Dokumentationen, Filme aber auch zeitgleiche Jazz- und Klassikkonzerte, Gesprächsrunden und Rätselspiele.

     Programm und Informationen unter:

     www.breslau.berlin

     www.wroclaw.berlin

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