Young Euro Classic 2018 – Hier spielt die Zukunft

18 Tage lang musizieren Jugendorchester aus aller Welt im Berliner Konzerthaus. Foto: Kai Bienert18 Tage lang musizieren Jugendorchester aus aller Welt im Berliner Konzerthaus. Foto: Kai Bienert

Als Leonard Bernstein Beethovens Ode an die Freude im Jahr 1989 kurzer Hand als Ode an die Freiheit singen ließ, um den Fall der Berliner Mauer zu feiern, soll er gesagt haben, „Ich bin sicher, Beethoven würde uns zustimmen.“ In diesem Jahr wäre Bernstein 100 Jahre alt geworden, ebenso wie der große Südafrikaner Nelson Mandela, der Zeit seines Lebens für eine freie und in Frieden lebende Gesellschaft kämpfte. Diese beiden einzigartigen Persönlichkeiten werden in der 19. Ausgabe des internationalen Jugendorchesterfestival Young Euro Classic besonders geehrt.

Foto: Kai Bienert

Foto: Kai Bienert

Jeden Sommer spielen 2 1/2 Wochen lang Jugendorchester aus aller Welt im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Damit ist Young Euro Classic die weltweit wichtigste Plattform des internationalen Orchesternachwuchses für die europäische klassische Musiktradition und deren Weiterentwicklung.

Das Nelson Mandela gewidmete Stück, mit dem das MIAGI Youth Orchestra aus Südafrika am 3. August 2018 das Festival eröffnet, ist brandneu. Duncan Wards neues Werk Rainbow Beats will nicht weniger als Mandelas Vision von einer Gesellschaft, in der jeder Mensch, unabhängig von Herkunft, Rasse und Hautfarbe, seinen Platz hat -musikalisch widerspiegeln. Das MIAGI Youth Orchestra selbst hat seinen Ursprung als soziales Projekt in Kapstadt und füllt längst internationale Konzertsäle. Kosmopolitische Debuts Young Euro Classic bleibt auch 2018 seinem innovativen Anspruch treu: neue prominente Gäste bei Orchestern und Solisten, neue Formate in den Konzertprogrammen und neue Werke junger Komponisten und Komponistinnen, sowie debütierende Klangkörper aus Ost und West.

Aus drei Musik-Metropolen kommen Ensembles, die sich in diesem Sommer erstmals beim Festival im Berliner Konzerthaus präsentieren: New York City schickt NYO Jazz (10.08.), eine hochkarätige Initiative der Carnegie Hall, die gleich in ihrem ersten Jahr mit der Grammy-Gewinnerin Dianne Reeves auf Europatournee geht. London wird von der Southbank Sinfonia (15.08.), einem international besetzten Ensemble vertreten. Aus St. Petersburg beteiligt sich das erst 2012 gegründete Youth Chamber Orchestra St. Petersburg (12.08.) mit einem attraktiven russischen Programm. Ebenfalls das erste Mal dabei sind das National Youth Orchestra of Canada (08.08.) und das von der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv im Geiste des Bundesjugendorchesters gegründete Jugendsymphonieorchester der Ukraine (16.08.). Selten in seiner Festivalgeschichte konnte Young Euro Classic mit so vielen Uraufführungen und Deutschen Erstaufführungen aufwarten wie 2018.

Foto: Kai Bienert

Foto: Kai Bienert

Nicht weniger als 15 Novitäten gehen ins Rennen um den Europäischen Komponistenpreis. Weitere Highlights Young Euro Classic begrüßt immer wieder Jugendorchester, denen kein Weg nach Berlin zu weit ist – 2018 kommen sie aus Kanada (08.08.), Neuseeland (19.08.) und Georgien (17.06.). Hoffnungsvolle Newcomer aus Rumänien (09.08.) und der Ukraine (16.08.) stehen neben dem Studentenorchester der slowenischen Musikakademie Ljubljana (07.08.) und den traditionsreichen nationalen Jugendorchestern aus Norwegen (13.08.), Spanien (05.08.) und den Niederlanden (11.08.). Die anspruchsvollen Programme bieten Klassiker der musikalischen Moderne von Igor Strawinski, Bela Bartók und Olivier Messiaen, große Sinfonien von Mozart und Beethoven, Werke von Carl Nielsen bis Dmitri Schostakowitsch, sowie drei üppig besetzte Orchesterwerke von Richard Strauss.

Bundesjugendorchester. Foto: Tom Wassenberg

Bundesjugendorchester. Foto: Tom Wassenberg

Ganz andere Akzente will das Bundesjugendorchester (04.08.), in dem der beste deutsche Nachwuchs zwischen 14 und 19 spielt, mit Werken von Bruckner, Mahler und Hindemith setzen. Und für die Idee eines vereinten Europa steht mehr denn je das großartige European Union Youth Orchestra (14.08.) unter Leitung des Italieners Gianandrea Noseda. Dirigent Kristjan Järvi experimentiert am Pult der Georgian Sinfonietta in dem er Bach und Händel mit elektronischer Musik mixt.

Foto: Axel Nickolaus

Schleswig-Holstein-Festivalorchester. Foto: Axel Nickolaus

Für den spektakulären Schlusspunkt sorgt das Schleswig-Holstein Festival Orchester, das Musik von „Lenny“, seinem legendären Gründer Leonard Bernstein , im Gepäck hat. Neugierig machen auch die weiteren Programme: eine Vielzahl von Uraufführungen und Deutschen Erstaufführungen, groß besetzte Orchesterwerke von Richard Strauss, Jazz, Ballett – und natürlich die ewig jungen Symphonien des Klassikers Beethoven. Und wer die europäische Note bevorzugt, der wird unter den hervorragenden nationalen Jugendorchestern aus Deutschland, Spanien, den Niederlanden, Rumänien oder der Ukraine sicher sein persönliches Highlight entdecken.
Young Euro Classic 2018 vom 3. bis 20. August 2018 im Konzerthaus Berlin

Informationen und  Programm: www.young-euro-classic.de

Tickets für 17/24/29 Euro an allen bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.young-euro-classic.de

 

Kommentar hinterlassen zu "Young Euro Classic 2018 – Hier spielt die Zukunft"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*