“Staatsoper für alle” – und „Macbeth“ auf dem Bebelplatz

"Staatsoper für Alle" auf dem Berliner Bebelplatz. Foto: BMW Group"Staatsoper für Alle" auf dem Berliner Bebelplatz. Foto: BMW Group

Von Klara Berger.

Begrenzt von Staatsoper, Humboldt-Universität und Hotel de Rome, dazu gesäumt vom Boulevard Unter den Linden – es gibt kaum einen Ort in Berlin, der räumlich wie kulturell zentraler ist als der Bebelplatz. Seit mehr als einem Jahrzehnt spielen die Staatskapelle und Daniel Barenboim hier ein Sinfoniekonzert, bei freiem Eintritt und unter freiem Himmel für alle Berlinerinnen und Berliner und die Gäste der Stadt, so auch in diesem Jahr .

Foto: Thomas Bartilla

Daniel Barenboim dirigiert die Staatskapelle auf dem Bebelplatz. Foto: Thomas Bartilla

Bereits zum zwölften Mal findet „Staatsoper für Alle“ am 16. und 17. Juni 2018 statt und erstmals seit 2012 wieder als Wochenende im „klassischen“Format: mit einem Open-Air-Konzert und einer Opern-Live-Übertragung auf dem Bebelplatz vor einzigartiger Kulisse in der historischen Mitte Berlins. Der Eintritt ist wie immer frei.

Am Samstag, dem 16. Juni um 12 Uhr spielt die Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim Werke von Gioachino Rossini und Claude Debussy sowie Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“. Am folgenden Abend, am 17. Juni um 18 Uhr, wird einer der Höhepunkte der Opernsaison, die seit langem ausverkaufte Premiere von Verdis »Macbeth«, dirigiert von Daniel Barenboim, mit Plácido Dómingo in der Titelrolle und Anna Netrebko als Lady Macbeth in einer Live-Übertragung auf der LED Leinwand auf dem Bebelplatz mitzuerleben sein.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Plácido Domingo und Daniel Barenboim auf der Pressekonferenz. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Startenor Plácido Domingo (77) äußerte sich zusammen mit Daniel Barenboim schon einmal vorab zur Inszenierung von „Macbeth“ (Inszenierung Harry Kupfer). Er lobte das „großartige Orchester“ und die neue Verdi-Interpretation durch Daniel Barenboim. Seit Toscanini, so Barenboim, habe sich niemand mehr wirklich mit dem Verdi-Stil beschäftigt. Im Mittelpunkt der musikwissenschaftlichen Betrachtung stand und steht hauptsächlich die Barockmusik. Der Maestro findet es „ungesund“, sich nur mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Für ihn ist es wichtig, durch die Musik „positive Energien“ freizusetzen und zu verbreiten . Seine Verdi-Interpretation setzt vor allem auf die „kleinen Noten“, die feinen Nuancen, die in der gängigen Verdi-Darstellung eher untergehen. Aber gerade daraus – so Barenboim – entwickelt sich diese permanente Dimension von Furcht und Drohung, die alle Verdi-Opern – außer dem „Fallstaff“- so besonders macht.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Auch ein Weltstar holt sich seinen Kaffee selbst. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Plácido Domingo begrüßt sehr, dass diese Inszenierung durch die Open-Air-Übertragung vielen Menschen zugänglich gemacht werden kann. Seit den legendären Freiluft-Konzerten der „Drei Tenöre“ – zusammen mit Luciano Pavarotti und Jose Carreras – freut er sich immer wieder über diese Möglichkeit. Denn natürlich sind die Vorstellungen in der Staatsoper trotz der astronomischen Eintrittspreise bereits seit langem restlos ausverkauft.

Zuvor singt Domingo zum Anpfiff der Fußballweltmeisterschaft aber noch auf dem Roten Platz in Moskau. Nein, mit einem Auftritt in Russland hat er keine Berührungsängste im Gegensatz zu den Boykottaufrufen vieler, auch deutscher Politiker. Den gerade erfolgten Regierungswechsel in seinem Heimatland begrüßte der Spanier und wünschte dem neuen sozialistischen Regierungschef Pedro Sanchez viel Glück.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Der Weltstar sieht sich durchaus als ein politscher Mensch aber in die Politik ziehe es ihn nicht. „Das ist eine sehr komplizierte Sache“, sagte Domingo zu Fragen spanischer Journalisten auf der Pressekonferenz. „Ich habe sehr viel zu tun, so etwas muss man Fachleuten überlassen“. Er hoffe aber, dass seine Heimat weiter politisch stabil bleibt – auch mit Blick auf die vielen regionalen Unterschiede. „Spanien ist eine vereinte Nation, auf die ich sehr stolz bin“, sagte Domingo.

Staatsoper für Alle:

Samstag, 16. Juni 2018, Beginn 12:00 Uhr Open-Air-Konzert der Staatskapelle Berlin

Dirigent: Daniel Barenboim

 Sonntag, 17. Juni 2018, Beginn 18:00 Uhr

Opern-Live-Übertragung von Giuseppe Verdis MACBETH mit Plácido Domingo, Anna Netrebko u.a. Dirigent: Daniel Barenboim

Kommentar hinterlassen zu "“Staatsoper für alle” – und „Macbeth“ auf dem Bebelplatz"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*