Mallorca – ein Weihnachtskrippenparadies

Krippe (Ausschnitt) im Palau March Museum in Palma de Mallorca- Foto: Ingrid Müller-MertensKrippe (Ausschnitt) im Palau March Museum in Palma de Mallorca- Foto: Ingrid Müller-Mertens

von Katharina Zawadsky.

 

Krippen spielen auf dem mehrheitlich katholischen Mallorca eine zentrale Rolle. So präsentieren sich in den Kirchen, Kulturzentren, Markthallen und Klöstern zahlreiche kunstvolle Miniaturwelten unterschiedlicher Stile und Epochen. Während einige das ganze Jahr über zu sehen sind, werden andere nur zur Weihnachtszeit in mühevoller Detailarbeit aufgebaut.  figuren2

 

Wahre Kunstwerke erwarten Besucher der Inselhauptstadt in der Weihnachtszeit, wenn in Palma vielerorts Krippen ausgestellt sind. Darin zeigt sich die Heilige Familie oft eingebettet in eine mallorquinische Landschaft mit Mühlen, Fischerbooten und Leuchttürmen. Die meist handgefertigten Figuren geben zudem Einblick in Mallorcas traditionelle Handwerksberufe.figuren

Zu den bekanntesten Krippen zählt die im Rathaus mit ihren gut 170 Keramikfiguren . Dort finden sich zum Beispiel Palmas Stadtmauer sowie der Königsgarten S’Hort del Rei im Miniaturformat. Ebenfalls traditionell gehalten ist die Darstellung im Kulturzentrum La Misericòrdia mit rund 350 Elementen.figuren3

Die wohl älteste Krippe Spaniens steht in der Kirche „La Sang“ . Die gotischen, bis zu 1,40 Meter großen Standbilder stammen aus dem 15. Jahrhundert und sind geschütztes Kulturgut.

 

Kunstgeschichtliche Schätze birgt auch das Kapuzinerinnen-Kloster : Die über einen Meter hohen Barockfiguren der „Belén Monumental“ tragen von den Schwestern geschneiderte Kleider aus jahrhundertealten Stoffen.

 

 

Viel Zeit sollten Besucher für die „Belén Napolitano“ in der Fundació Bartolomé Marché im wunderschönen Palazzo Palau March aus dem 18. Jahrhundert einplanen . Über zwei Säle erstreckt sich die über 200 Jahre alte Krippe, die fast 2.000 Einzelteile umfasst.

Diese prächtige Sammlung begann mit dem Wunsch, neapolitanische Figuren aus dem 18. Jahrhundert zusammenzubringen. Von den 1970er Jahren an erwarb Bartolomé March (Palma De Mallorca, 1917 – Paris, 1998) fast 2.000 Stücke.

Der reiche Sproß einer mallorquinischen Familie war ein kosmopolitischer Mann, der von seinen Reisen viele Kunstobjekte mitbrachte und in seinem sehenswerten Palazzo mitten in Palma eine beachtliche Kunstsammlung aufbaute. Heute eine Stiftung. Das Palais ist ein Gesamtkunstwerk von Architektur, Malerei, historischem Interieur und einer Kollektion moderner Skulpturen , unter anderen von Henry Moore, Chillida, Rodin oder Barbara Hepworth auf der weitläufigen Terrasse mit einem traumhaften Panoramablick über die Stadt.

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Aber besonders die ganzjährig zugängliche Krippenschau beeindruckt mit einer schier überwältigenden Pracht der Szenen und verschwenderischen Details. Diese wohl einmalige Weihnachtskrippe wurde während des Weihnachtsfestes 2008 auch im Königspalast von Madrid ausgestellt.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

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