Späte Nikolaus-Überraschung im Tierpark Berlin

Tonja mit ihrem winzigen Baby. Foto:  © 2017 Tierpark BerlinTonja mit ihrem winzigen Baby. Foto: © 2017 Tierpark Berlin

Seit Anfang November werfen die Tierpfleger im Eisbärenrevier jeden Morgen einen prüfenden Blick auf den Überwachungsmonitor, bevor sie den Stall betreten. Gleich zu Dienstbeginn gegen 8 Uhr konnte Tierpfleger Detlef Balkow eine verspätete Nikolaus-Überraschung entdecken: Neben Mutter Tonja liegt ein meerschweinchengroßes Bündel.

Tonja mit Nachwuchs. Foto:© 2017 Tierpark Berlin

Tonja mit Nachwuchs. Foto:© 2017 Tierpark Berlin

Ein Dreivierteljahr nach dem leider verstorbenen Eisbärnachwuchs Fritz ist dies das zweite gemeinsame Jungtier von der achtjährigen Tonja und dem sechsjährigen Wolodja. Während Wolodja aktuell auf der Außenanlage im Tierpark für die Besucher zu sehen ist, befinden sich Mutter Tonja und ihr Nachwuchs in der Wurfbox, in die sie sich vor knapp zwei Monaten – am 17. Oktober – zurückgezogen hat. Der nur ca. 30 Zentimeter große Eisbärennachwuchs kommt taub und blind auf die Welt.

„Wir freuen uns sehr. Doch wie auch im letzten Jahr heißt es jetzt erst einmal Daumendrücken“, berichtet Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem und erklärt: „Die Jungtiersterblichkeit bei Eisbären liegt bei etwa 50 Prozent. In den ersten 10 Tagen ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Jungtier nicht überlebt, besonders hoch.“ Selbst nach dieser kritischen Phase ist der Nachwuchs noch nicht ganz über den Berg. Bei der späteren Durchsicht der Kameraufzeichnungen entdeckten die Pfleger, dass Tonja in der Nacht zunächst zwei Jungtiere zur Welt gebracht hatte. Das erste der beiden wurde tot geboren und war kurz darauf nicht mehr zu sehen.

Tonja mit Klein-Fritz, der leider nicht überlebte. Foto: © 2017 Tierpark Berlin

Tonja mit Klein-Fritz, der leider nicht überlebte. Foto: © 2017 Tierpark Berlin

 

Auch beim zuständige Kurator Dr. Florian Sicks war die Freude groß: „Seit Dienstag ist Tonja noch einmal deutlich ruhiger geworden. Gestern Morgen lag dann plötzlich etwas Winziges neben Tonja. Heute konnte ich sogar schon Schmatzgeräusche hören, während das Jungtier getrunken hat.“ Mit der fürsorglichen Aufzucht ihres ersten Jungtieres im letzten Jahr hat Tonja bereits gezeigt, dass sie gute Mutterinstinkte hat und sich in der Wurfhöhle wohl und sicher fühlt.

Tonja und Wolodja. Foto:© 2017 Tierpark Berlin

Tonja und Wolodja. Foto:© 2017 Tierpark Berlin

 

Eisbären-Vater Wolodja hat Tonja zwischen Mai und Juni mehrmals gedeckt. Eine genaue Tragzeit ist bei Eisbären nicht zu bestimmen. Ab Ende des Sommers entwickelt sich nach einer „Keimruhe“ aus dem befruchteten Ei der Embryo und beginnt zu wachsen. Das natürliche Verhalten der Eisbären beinhaltet, dass sich die Weibchen im Herbst zurückziehen, um zu werfen.

In den nächsten Tagen wird sich niemand der Wurfbox nähern. Absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs ist für den Erfolg der Aufzucht ein entscheidender Faktor. Tonja hatte sich – ihren natürlichen Mutterinstinkt folgend – bis zum Herbst ausreichend Fettreserven zugelegt, von denen sie nun zehren kann.

www.zoo-berlin.de

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