Die „Goldene Erbse“ – märchenhafte Fraktionssitzung im Berliner Abgeordnetenhaus

Preisträger, Laudatoren und Gastgeber der "Goldenen Erbse 2017". Foto: Ingrid Müller-MertensPreisträger, Laudatoren und Gastgeber der "Goldenen Erbse 2017". Foto: Ingrid Müller-Mertens
Ralf Wieland, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Ralf Wieland, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Es war einmal . . . – das ist noch immer der verheißungsvolle Anfang eines jeden Märchens. Märchen und Geschichten sind das Gedächtnis der Völker und die Wurzeln der Literatur. Ja, nach Ansicht des Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, eines unserer wichtigsten „Lebensmittel“. Und so war es dem diesjährigen Schirmherren der „Goldenen Erbse“ eine besondere Freude, die feierliche Preisverleihung im Rahmen der Berliner Märchentage im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses zu eröffnen.

Ein Ort, so der Hausherr, wo auch gelegentlich Märchen erzählt würden. Und so konnten die Gäste einmal auf den bequemen Sesseln der Abgeordneten Platz nehmen und für eine kurze Zeit das elitäre Fluidum des Hohen Hauses genießen. Das entschädigte etwas für das doch eher unglamouröse  Ambiente der Gala, gegen das der Gestiefelte Kater, als einziger Vertreter märchenhaften Personals, nur schwer ankämpfen konnte.

Seyran Ates. Foto. Ingrid Müller-Mertens

Seyran Ates. Foto. Ingrid Müller-Mertens

Die 28.Berliner Märchentage, das weltweit größte Märchenfestival, standen in diesem Jahr unter dem wunderschönen Motto: „Die Liebe ist eine Himmelsmacht“ , In über 800 Veranstaltungen (noch bis zum 26.November) will das Deutsche Zentrum für Märchenkultur – MÄRCHENLAND mit den verschiedensten Aktivitäten zum Lesen und Vorlesen von Märchen und Geschichten zum Thema Liebe und auch Hass anregen. Denn neben Liebe gehört auch Hass zu den tiefen menschlichen Emotionen und Märchen leben sozusagen von der Polarisierung zwischen dem Guten und dem Bösen. Prominente Vorleser wurden in zahlreichen Lesestunden in Schulen, Kindergärten, Botschaften oder auch im Bundestag mit Begeisterung zu Märchenerzählern – hier im wahrsten Sinne des Wortes.

Nora Tschirner mit Laudatorin Karoline Herfurth. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Nora Tschirner mit Laudatorin Karoline Herfurth. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Mit der “Goldenen Erbse”, dem Ehrenpreis des Deutschen Zentrums für Märchenkultur werden daher in diesem Jahr besonders Menschen geehrt, die mit ihrer Arbeit ein Zeichen setzen für soziales und kulturelles Engagement und damit auch Liebe und Nächstenliebe.

Seyran Ates, Rechtsanwältin und Mitbegründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin setzt sich für eine freie Religion ein, in der Frauen und Männer, Homosexuelle und Transgender gleichsam nebeneinander beten dürfen und zeigt damit, wie tolerant und offen der Islam sein kann.

Nora Tschirner , die beliebte Schauspielerin (z.B. Tatort, Keinohrhasen) wird für ihre mutige und wertvolle Arbeit an der Dokumentation „Embrace“ (2017) ausgezeichnet, in der es um Akzeptanz und Liebe des eigenen Körpers geht.

Patrick de Saint-Exupéry, der Journalist und Großneffe des berühmten Schriftstellers und Auslandskorrespondenten Antoine de Saint-Exupéry setzt sich als Mitherausgeber der Zeitschrift „XXI“ leidenschaftlich für unabhängigen und realistischen Journalismus ein.

Besonders berührend der Preis für die „ Marmeladen Oma“ und ihren Enkel Janik . Die 85-Jährige ist mit über 199.000 Followern ein Youtube-Star. Mit ihrer wöchentlichen Online-Märchenstunde schafft sie mit ihrem Enkel Janik eine „Insel der Ruhe“ für ihre wachsende Fangemeinde. 2017 wurden beide auch schon mit dem Webvideopreis geehrt. Miriam Mack, nahm den Preis stellvertretend für die Familie Mack , Inhaber des mehrfach prämierten Europa-Parks, entgegen. Miriam Mack ist Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes, sie macht sich für Kinder und Jugendliche sowie gegen Kinderarmut stark.

Botschafter Dr.Péter Györkös . Foto: Ingrid Müller-Mertens

Botschafter Dr.Péter Györkös . Foto: Ingrid Müller-Mertens

Zum guten Ende lud der ungarische Botschafter Dr. Péter Györkös noch zu einem märchenhaften Empfang.

Kein Geringerer als Wilhelm Busch hat einmal gesagt: „Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten“. Darüber sollte man in dieser aufgeregten, hektischen Zeit vielleicht einmal nachdenken.

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