Berliner Zoo Berlin kämpft gegen das Vogelsterben in Südostasien

Vogelkurator Dr. Tobias Rahde. Foto:Zoo BerlinVogelkurator Dr. Tobias Rahde. Foto:Zoo Berlin

Der Frühling ist nicht mehr weit und  das vielstimmige Vogelkonzert am frühen Morgen stimmt uns angenehm auf den Tag ein.  In den Wäldern Südostasiens wird es allerdings zunehmend still und das ist beunruhigend. Denn das Verschwinden der Singvögel hinterlässt in Indonesien bereits eine gespenstische Leere. Die Ursache für den Rückgang der Singvögel liegt in der Kultur der Region.

Balistar. Foto: Zoo Berlin

Balistar. Foto: Zoo Berlin

Geschätzt hält jeder fünfte Haushalt in Indonesien einen Vogel als Haustier und die Tradition der Singvogel-Wettbewerbe ist zu einem regelrechten Sport geworden. Entsprechend viel Geld lässt sich mit dem Verkauf der Tiere verdienen. Da die Zucht von Singvögeln schwierig ist, werden wildlebende Vögel aus den Wäldern gefangen, in Volieren gesetzt und dann verkauft. Die Nachfrage ist groß und betroffen sind jährlich hunderte von Arten und Millionen von Tieren.

Rotbrustsamenknacker. Foto: Zoo Berlin

Rotbrustsamenknacker. Foto: Zoo Berlin

Ähnlich sieht es in den Nachbarländern aus. In den vietnamesischen Wäldern beispielsweise wurde der letzte Edwardsfasan im Jahr 2000 gesichtet. Mit Unterstützung des Zoo Berlin wurden in den vergangenen Jahren Suchaktionen mit Kamerafallen gestartet, um herauszufinden, wie viele Edwardsfasane es in der Wildbahn überhaupt noch gibt.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen brachten zu Tage, was bereits vermutet wurde: Der Erwardsfasan scheint in der Wildbahn völlig ausgestorben zu sein. Gründe hierfür sind einerseits die Folgen des Vietnamkrieges mit der gebietsweise immer noch andauernden Entlaubung der Bäume (Stichwort „Agent Orange“) und auf der anderen Seite die anhaltende Bejagung der Tiere. „Sowohl in Zoos als auch bei einigen Privathaltern leben weltweit noch einige hundert Tiere.

Edwardsfasan. Foto Zoo Berlin

Edwardsfasan. Foto Zoo Berlin

Damit diese Art nicht komplett ausstirbt, ist es elementar wichtig, ein genaues Zuchtbuch zu führen, um den Bestand zu erfassen und zu managen“, erklärt Vogelkurator Dr. Tobias Rahde.

Zeitgleich mit dem Start der EAZA Kampagne zum Singvogelsterben in Südostasien hat er das internationale Zuchtbuch (ISB) für den Edwardsfasan übernommen. „Jetzt erstelle ich die Stammbäume der einzelnen Tiere, um hieraus neue, genetisch möglichst diverse Paare zu bilden.“ Begleitet wird dieses Zuchtbuch von einem in-situ Projekt in Vietnam, an welchem der Zoo Berlin ebenfalls maßgeblich beteiligt ist. Ziel dieses Projekt ist es, in zehn Jahren wieder eine stabile Population von Edwardsfasanen in freier Wildbahn zu haben.

Silent Forest - Logo EAZA

Logo der Kampagne gegen das Singvogelsterben

„Der Zoo Berlin unterstützt sowohl die Singvögel auf Indonesien als auch den Edwardsfasan in Vietnam mit dem Aufbau einer Zuchtstation. Von dort aus werden die Vögel wieder in ihrem natürlichen Lebensraum angesiedelt“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem:  „Eine Patenschaft für einen unserer Singvögel gibt es schon ab 100 Euro.“ Vielleicht ein passendes Ostergeschenk.

www.zoo-berlin.de

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