Zombies und Vampire in der Komischen Oper

Die schaurig-schöne Welt der Zombies und Vampire in der Komischen Oper Berlin .Bild: Ingrid Müller-MertensDie schaurig-schöne Welt der Zombies und Vampire in der Komischen Oper Berlin .Bild: Ingrid Müller-Mertens

Schön schaurig geht es zu in der Komischen Oper Berlin. Zombies und Vampire treiben ihr gruseliges Unwesen in einer bizarren Horror-Show, die alle Klischees des Genres bedient. Allerdings weniger zu Gänsehaut als zu amüsantem Schmunzeln führt. Mitunter auch unfreiwillig komisch- oder doch gewollt? Karikatur oder Wiederentdeckung der deutschen Schauerromantik im Musiktheater? Die Intentionen des Regisseurs werden nicht ganz deutlich. Jedenfalls fließt viel (Bühnen-) Blut. Gespenstisch agierende Untote – eine Meisterleistung des Chores – herausgerissene Eingeweide und sonstige grausliche Untaten bieten höchsten Splatterfaktor. Dracula und Nosferatu lassen grüßen.

Heinrich Marschners 1828 uraufgeführter „Vampyr“, der die damals allgegenwärtige Vampirbegeisterung in Europa auf die Opernbühne brachte, gilt als Paradebeispiel der deutschen Schauerromantik. Für die Neufassung in der Komischen Oper nahm Regisseur Antú Romero Nunes die große romantische Oper als Ausgangspunkt für eine Reise durch die schaurige Welt des blutdurstigen Frauenbetörers. Das ehemals dreistündige Werk wurde auf die Hälfte gekürzt. Das mag die gelegentlichen Ungereimtheiten der Handlung erklären. Aber darauf kommt es primär nicht an. Es geht um die Stimmung, um den Kick und eigens dafür wurden noch einige gänsehautfördernde Klänge hinzukomponiert. Alles in allem vielleicht eher Freakshow als Oper, zumal das Werk nicht gerade ein tonkünstlerisches Highlight ist. Dass dann doch auch musikalisch noch einiges geboten wird, ist vor allem dem engagierten Orchester unter Leitung von Antony Hermus und den hervorragenden Solisten zu danken: Heiko Trinsinger als schaurig-hässlicher Lord Ruthven und Frauenkiller, Jens Larsen als naiver Sir Humphrey, der seine Tochter Malwina (Nicole Chevalier) dem Unhold in die todbringenden Arme treibt, sowie Maria Fiselier , Zoltán Nyári und Ivan Turšić.

Weitere Vorstellungen: 3. / 17. /23. April und 5. Juli

www.komische-oper-berlin.de

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