Usedomer Musikfestival in der „Wiege der Raumfahrt“

Konzert mit dem Baltic Sea Philharmonic unter der Leitung von Kristjan Järvi . Foto: Peter Adamik Konzert mit dem Baltic Sea Philharmonic unter der Leitung von Kristjan Järvi . Foto: Peter Adamik

Das Usedomer Musikfestival ist ein kultureller Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Insel Usedom. Jedes Jahr im Herbst lässt es die Insel zu einem Mekka der musikalischen Hochkultur werden. Vom 23. September bis zum 14. Oktober 2017 bringt das Musikfestival in diesem Jahr vor allem Musik aus Dänemark, große Stars und herausragende Ensembles des Ostseeraums auf die Sonneninsel.

Seebrücke Ahlbeck. Foto: Geert Maciejewski

Seebrücke Ahlbeck. Foto: Geert Maciejewski

Rund 40 Konzerte, Lesungen und Ausstellungen rücken deutsch-dänische Verbindungen ins musikalische Bewusstsein. Als besonderes Highlight und als Artists in Residence erleben Zuhörer das Danish String Quartet oder das MidtVest Ensemble. Erwartet werden auch der dänische Cellist Andreas Brantelid, die Sängerin Gitte Hænning, der Schauspieler Ulrich Noethen, der NDR Chor, das Danish Piano Trio oder das NDR Elbphilharmonie Orchester.

Eingeläutet wird die 24. Saison des traditionsreichen Sommerfestivals bereits“ am 26. August unter dem Thema „Waterworks. Bei dem Konzert mit dem Baltic Sea Philharmonic unter der Leitung von Kristjan Järvi verschmelzen Musik, Projektionskunst, Lichtdesign und Soundeffekte zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk. Das Repertoire feiert die lebensspendende Kraft des Wassers.

Musikalisch erwartet das Publikum popmusikalische Bearbeitungen von Händels berühmter „Wassermusik“, die vor 300 Jahren zum ersten Mal erklang. Mit Werken von Philip Glass gratuliert das Usedomer Musikfestival zum 80. Geburtstag des amerikanischen Komponisten. Das Violinkonzert Nr. 2 „The American Four Seasons“ zählt zu seinen schönsten Tonschöpfungen. Und in seiner Wasserkomposition „Aguas da Amazonia“ peppt ein Synthesizer den Orchestersound auf. Eine Huldigung an Dänemark und Vorausblick auf das 24. Usedomer Musikfestival ist Carl Nielsens Suite für Streichorchester op. 1.

Historische Startrampe in Peenemünde. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Historische Startrampe in Peenemünde. Foto: Ingrid Müller-Mertens

„Das Publikum soll sich fühlen, als würde es plötzlich eine andere Welt betreten“, beschreibt Stardirigent Kristjan Järvi, der als „wiedergeborener Leonard Bernstein“ international gefeiert wird, das neue Konzertformat. Er steht mit dem Baltic Sea Philharmonic im Ruf, Konzerte als „lebenserweiternde Erfahrungen“ (The Baltic Times) zu zelebrieren. Und dieses Konzert findet auch an einem ganz besonderen Ort statt, sozusagen an der Wiege der Raumfahrt. Und zwar in der Kraftwerkshalle der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Peenemünde.

Hier, wo zwischen 1936 und 1945 in einem der damals modernsten Technologiezentren der Welt und durch massiven Einsatz von Zwangsarbeitern, KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen Massenvernichtungswaffen entwickelt und die Raketentechnik und Raumfahrt ihren Anfang nahm, erklingen heute Konzerte namhafter Philharmonie- und Sinfonieorchester. Ein geschichtsträchtiger Ort von großer emotionaler Wirkung.

Und so sollte man das musikalische Highlight mit einer spannenden Exkursion in die Vergangenheit verbinden. Im Museum des ehemaligen Kraftwerks kann man die technische Entwicklung der Raketen- und Raumfahrttechnik in dieser einzigartigen Denkmallandschaft erleben. Auf dem ehemaligen Versuchs- und Raketenabschußgelände können noch authentische Zeugnisse besichtigt werden können. So zum Beispiel eine Startrampe, der Flugplatz oder auch der Startplatz der „V2“-Rakete. Und das alles in einem Naturschutzareal mit einzigartiger Flora und Fauna.

Sandskulpturen Festival

Foto: Sebastian John

Foto: Sebastian John

Ein weiterer Höhepunkt im Usedom-Eventkalender ist auch das Sandskulpturen Festival. Bis zum 5. November ist eine der weltweit größten überdachten Sandskulpturen-Ausstellungen auf dem Grenzparkplatz zwischen dem deutschen Kaiserbad Ahlbeck und der polnischen Stadt Swinemünde zu bestaunen. 28 internationale Künstler haben aus 9.500 Kubikmetern Spezialsand kolossale und zugleich filigrane Skulpturen zum Thema „Maritime Abenteuer“ erschaffen. Schwerpunkte sind lokale und internationale Sagen wie die Vineta- und die Störtebeker-Sage, Geschichten rund um das Meer, Einblicke in die griechische Mythologie und die Rolle des Meeres.

Strand bei Ahlbeck. Foto. Ingrid Müller-Mertens

Strand bei Ahlbeck. Foto. Ingrid Müller-Mertens

Informationen unter:

www.usedom.de

www.usedomer-musikfestival.de

www.sandskulpturen-usedom.de

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