„Cats“ im Berliner Admiralspalast

Zauberhafte Katzen m Berliner Admiralspalast. Foto: Alessandro PinnaZauberhafte Katzen m Berliner Admiralspalast. Foto: Alessandro Pinna

Von Klara Berger.

Standing Ovations. Das Publikum ist hingerissen von der faszinierenden, schwungvollen und überaus emotionalen „Cats“-Aufführung im Berliner Admiralspalast und überwältigt von den Spitzenleistungen der Darsteller.

Foto: Allessandro Pinna

Foto: Allessandro Pinna

Auch nach 36 Jahren hat das Erfolgsmusical von Andrew Lloyd Webber nichts von seiner Magie verloren. Nun macht die Londoner Produktion – passend zu den lauen Sommerabenden – auch in Deutschland Station. Bis zum 19. August im Berliner Admiralspalast.

Wenn sich die verschworene Gemeinschaft der Londoner Jellicle Katzen auf dem silbern schimmernden Schrottplatz zum alljährlichen Katzenball die Pfoten reichen, sind Erwachsene und Kinder gleichermaßen verzaubert. Die Bühne ist ein phantastischer und unheimlicher Raum mit seinen unzähligen Versatzstücken, dem Abfall der menschlichen Konsumgesellschaft – Autowracks, Dosen, Kanistern, Fahrrädern, Batterien und vielem mehr. Überdimensional aus der Katzenperspektive. Eine fremde, geheimnisvolle Welt in der sich zu nächtlicher Stunde die streunenden Katzen wohlfühlen  und ungestört feiern können.

Foto: Alessandro Pinn

Foto: Alessandro Pinna

Alljährlich treffen sie sich hier zu einem ganz besonderen Ereignis: Im Mondlicht einer magischen Nacht wetteifern charmante Katzen-Persönlichkeiten wie der Zauberkater Mister Mistoffelees, die wunderschöne Victoria oder der Bösewicht Macavity um das Geschenk eines zweiten Lebens. Alle präsentieren sich mit ihren Vorzügen und Stärken.

Nur eine ist ausgeschlossen: Die ehemalige Katzen-Diva Grizabella, die einst bessere Zeiten gesehen hatte und die Jellicle-Sippe hochmütig verließ.  Nun schleicht sie sich im zerlumpten Mantel und zerfetztem, einst wunderschönen Kleid,  in ihr altes Leben. Aber jetzt wollen die Anderen sie nicht mehr im Schoß ihrer Familie sehen, fauchen, kratzen und beißen. Und so bleibt ihr nur, einsam im Mondlicht in Erinnerungen an glückliche Tage zu schwelgen. „Memory“ – den Welthit hörte man selten so eindrucksvoll und berührend.

Man ist einfach verzaubert von der Musik, den atemberaubenden Choreografien, phantasievollen Kostümen und den stimmungsvollen Lichteffekten. Über 30 Darsteller – jeder als Solist und gemeinsam in der Gruppe von überwältigender Präsenz und Spielfreude – vermitteln die perfekte Illusion der „kätzischen“ Welt und begeistern mit Gesang, Tanz, Akrobatik und hinreißender Grazie. Jeder für sich ein typischer Charakter.

Denn jede Katze und jeder Kater der Jellicle-Sippe ist eine eindrucksvolle, ja majestätische Persönlichkeit mit ganz individuellen Zügen und einer eigenen Geschichte. Der „Schöpfer“ des Katzenuniversums, der amerikanische Literaturnobelpreisträger T.S.Eliot hatte ein sehr inniges Verhältnis zu den eigensinnigen, miauenden Geschöpfen und sein 1939 veröffentlichter Katzen-Gedichtband war für Andrew Lloyd Webber die Grundlage für das Erfolgsmusical.

Ein wunderschönes Märchen, das natürlich auch ein zauberhaftes Happy End hat. Denn die gedemütigte, unglückliche Grizabella rührt alle mit ihrem traurigen Schicksal und herzergreifenden Gesang und so wird sie zur Wiedergeburt auserkoren, schwebt effektvoll in den Katzenhimmel  und alle feiern fröhlich weiter. Für die Zuschauer ist die Show aber leider vorbei. Man hätte noch stundenlang dabei sein mögen. Und man hat viel gelernt über diese magische, ganz spezielle Welt, vor allem eines: Eine Katze ist kein Hund!

Fotos: Alessandro Pinna

www.cats-musicals.de

www.mehr.de/musicals/cats-das-musical/cats-the-original-is-back/

 

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