Classic Open Air begeisterte wieder mit Klassik, Pop und Jazz

Startrompeter Till Brönner mit seinem Orchester  - hier mit Helen Schneider - setzte den temperamentvollen Schlusspunkt beim Open-Air-Festival 2017Startrompeter Till Brönner mit seinem Orchester - hier mit Helen Schneider - setzte den temperamentvollen Schlusspunkt beim Open-Air-Festival 2017

 

Auch im sechsundzwanzigsten Jahr seines Bestehens, hat Berlins wohl bedeutendstes Kulturereignis, das Classic Open Air, noch nichts von seinem Zauber eingebüßt. An fünf Abenden im Juli erklingen auf dem Berliner Gendarmenmarkt unter freiem Sternenhimmel populäre klassische und moderne Melodien. Und das Ganze umrahmt von der prachtvollen klassizistischen Architektur des Konzerthauses, des Französischen Doms und des Deutschen Doms. ClassicOpenAir11-CarminaBurana2Ein absolutes Highlight. Und auch wenn man sich langsam vor dem inflationären Gebrauch dieses Wortes scheut – hier ist es absolut angebracht. Die Besucherzahlen und die Begeisterung haben es auch in diesem Jahr wieder bestätigt.

Die klassischen Musikkonzerte wollen ein breites Publikum anzusprechen. Die künstlerische Bandbreite des Festivals erstreckt sich von den sogenannten „Star“-Konzerten über die „Konzept“-Konzerte bis hin zu den sogenannten Crossover-Konzerten, bei denen Pop-, Rock-, oder Jazzmusik immer mit dem klassischen Klangkörper fusioniert. Im Titel des Festivals heißt es daher auch „Classic“ anstatt „Klassik“, um diese Bandbreite zu verdeutlichen.

Senta Berger eröffnete das diesjährige "Classic Open Air"-Festival. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Besonders zwei Stars begeisterten das Publikum: Schauspielerin Senta Berger, die die „First Night“ moderierte und Operndiva Lucia Aliberti, mit Belcantogesang in höchster Vollendung.

Während die „First Night“ mit einem hinreißenden Reigen weltberühmter „Ohrwürmer“ aus Film, Operette und Musical mit beliebten Solisten wie René Kollo, Angelika Milster, Eva Lind, Tom Gaebel, Katharine Mehrling, Ella Endlich und The Dark Tenor für Ovationen sorgte, schaffte es Lucia Aliberti, die Königin des Belcanto, am zweiten Abend zusammen mit weiteren Solisten ganz große Gefühle und einen Hauch von Bella Italia auf den Gendarmenmarkt zu zaubern. Sie hatte sich gewünscht, in dieser einmaligen Kulisse ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum zu feiern und wurde unter frenetischem Beifall auf der Bühne mit dem Bellini d´oro geehrt, einer Auszeichnung, die bisher nur wenige Sänger erhalten haben.aliberti_2

Auch der dritte Abend war der „reinen“ Klassik gewidmet. Traditionell der italienischen Oper. Große Arien von Verdi, Rossini und Puccini vorgetragen von hervorragenden Solisten.

Allerdings hatte man den Eindruck, dass bei den beiden Klassik-Abenden der Funke nicht so recht zünden wollte. Vielleicht wäre es nach 26 Jahren an der Zeit, hier über neue Konzepte nachzudenken. Das soll nicht heißen, auf die so beliebten italienischen Opernmelodien zu verzichten aber etwas entstauben könnte man es schon.

Dafür überraschte der vierte Abend mit einem neuen, ungewöhnlichen Format: Die vier Starpianisten Joja Wendt, Sebastan Knauer, Axel Zwingenberger und Martin Tingvall tauchten den Gendarmenmarkt in einen Rausch von Klassik, Jazz, Boogi Woogie und Blues.brönner

So wie auch der letzte Abend mit Startrompeter Till Brönner und seiner Big Band mit Welthits aus Filmmusik, Jazzklassikern aber auch karibischen Klängen Temperament und Fröhlichkeit brachte. Stargast Helen Schneider kokettierte musikalisch hinreißend mit ihrem Alter und Jazzmusiker Peter Fessler riss das Publikum trotz Regenschauer zum Bossanova tanzen hin. Was in den Plastik-Regenumhängen sehr lustig aussah.

Freuen wir uns auf Classic Open Air 2018.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

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