Hereinspaziert: Berliner Schlossbaustelle am Wochenende geöffnet

Richtfest 2015. Foto: Ingrid Müller-MertensRichtfest 2015. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Portal auf! An zwei Tagen können Besucherinnen und Besucher durch die Passage zwischen Lustgarten und Breite Straße flanieren und sich vom Baufortschritt des Berliner Schlossbaus überzeugen.

Auf der Lustgartenseite zeigt sich das Berliner Schloss an der Fassade zwischen den Portalen 4 und 5 schon in voller Schönheit. Das Gerüst ist hier auf einer Breite von ca. 30 Metern bereits abgebaut. Die hellgelbe Putzfassade mit den etwas dunkleren Sandsteinverkleidungen der Fensterarchitrave bietet einen ersten Eindruck, wie das gesamte Gebäude wirken wird: kein „dunkler Kasten“ wie auf historischen Fotos, sondern ein heller, fröhlicher, barocker Neubau entsteht hier.

Der erste fertiggestellte Fassadenabschnitt vermittelt erstmals die Schönheit der barocken Rekonstruktion. 6Vielfältige Einblicke gibt es in das 30 Meter hohe Foyer mit dem Eosanderportal, in den Schlüterhof und das Schlossforum, wo man architektonische und bildhauerische Schmuckelemente aus der Schlossbauhütte besichtigen kann. Die Innenseite des Triumphbogen-Portals unter der Schlosskuppel beeindruckt mit seiner schieren Größe: 33 Meter hoch türmen sich die Sandsteinsäulen und geben dieser Eingangshalle ihren überwältigenden Charakter. Hier ist ein Saal entstanden, den es in Berlin und im Bundesgebiet nicht ein zweites Mal gibt.

Aber es geht nicht nur um die räumliche Gestaltung.

Humboldt Forum Blick in das Foyer (Visualisierung) . © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Franco Stella

Humboldt Forum Blick in das Foyer (Visualisierung) . © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Franco Stella

Mitten im Prozess, mitten auf der Baustelle erleben Besucherinnen und Besucher unmittelbar die weitgehend abgeschlossenen Pläne für die wissenschaftlich-künstlerische und inhaltliche Gestaltung des Humboldt Forums. Im Foyer beginnt um 10:30 Uhr das zweitägige große Bühnenprogramm aller Akteure.

Mit einem eigens kuratierten Programm aus künstlerischen Beiträgen, Gesprächsperformances, Konzerten, Pop-up Cinema, Pecha Kucha, Präsentationen, Live-Speakern, einem Kinder-und Jugendprojekt sowie einem kulinarischen Angebot lädt das Humboldt Forum ein, die Welt als Ganzes zu entdecken. An beiden Tagen in jeweils vier Themenblöcken erklären Ingenieure, Archäologen, Ethnologen, Mediziner, Botaniker, Historiker, Zoologen, Urbanisten und Poeten aus unterschiedlichen Perspektiven die Verflechtung von Natur und Kultur, Wissenschaft und Forschung, Gesellschaft und Politik sowie Architektur, Kunst und Spirituellem. Dies anhand von Alltagsgegenständen, Objekten und Kunstwerken aus unterschiedlichen Kulturen und Zeiten. Welche Bedeutung hat ein Adler an einer Fassade, an einem Totempfahl oder bei den Azteken? Schiffe basieren immer auf dem gleichen Grundprinzip. Wie verwandeln sie die Welt des Wassers in Lebensraum für die Menschen – ob als Hausboote oder Handelsschiffe, Fähren oder Fischerboote? Helme schützen das verletzlichste Organ des Menschen, das Gehirn. Wie dienen sie der Repräsentation, warum sind sie Symbole der Macht? Paläste als Prachtbauten finden sich in fast allen Kulturen. In welcher eigenartigen Beziehung steht die Ananas zu so viel Reichtum?  Anhand dieses vielfältigen Programms gibt das Humboldt Forum neue Einblicke in die einzigartigen Berliner Sammlungen und in die wechselvolle Geschichte des Ortes sowie einen Ausblick auf das Zusammenwirken aller Akteure und Partnerinstitutionen des Hauses.

 

Tag der offenen Baustelle im Berliner Schloss

Jeweils von 10 – 18 Uhr

Eintritt frei Das detaillierte Programm unter humboldtforum.com

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