Kleiner Lippenbär auf Frühjahrstour

Erster Ausflug von Lippenbär-Baby Balou. Foto: Zoo BerlinErster Ausflug von Lippenbär-Baby Balou. Foto: Zoo Berlin

Was suchst du denn da? Eifrig buddelt der kleine Lippenbär mit seinen beachtlichen Krallen in der Erde und schnauft dabei hörbar. Seine Mutter Kaveri (8) bleibt dabei – wie es sich für eine echte Bärenmama auch gehört – stets in seiner Nähe.

Inzwischen hat der knuddelige Bärenjunge auch einen Namen. 25.000 Stimmen, die in der vergangenen Woche auf den Social Media Kanälen von Zoo und den Berliner Stadtwerken abgegeben wurden, haben sich in der überwiegenden Mehrzahl für Balou ausgesprochen. Wie sein berühmter Artgenosse aus dem Dschungelbuch scheint auch der kleine Bärenjunge sein Leben in vollen Zügen zu genießen.

Lippenbär-Baby im Zoo. Foto:Zoo Berlin

Lippenbär-Baby im Zoo. Foto:Zoo Berlin

Nachdem das pelzige Mama-Kind-Gespann in den vergangenen Wochen zu zweit hinter den Kulissen die notwendige Ruhe genossen hat, ist es nun höchste Zeit für einen ersten Ausflug. Gut drei Monate nach der erfreulichen Geburt des kleinen Lippenbär-Jungen am Heiligabend sind die Beiden nun  auf der Außenanlage zu sehen. Der betreuende Tierarzt Dr. André Schüle ist sehr zufrieden mit der Entwicklung des kleinen Lippenbären: „Er ist ein ziemlich wildes Kerlchen, klettert auf Tauen und Baumstämmen herum und beißt seine Mutter frech in die Schnauze.“

Auf der Suche nach nahrhaften Leckerbissen tapst Balou Mama Kaveri (8) hinterher, streckt seine Nase schnuppernd in die Luft und genießt die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings sichtlich.

Muttermilch, Melone, Mango oder doch ein Mehlwurm? Auch wenn er bisher ausschließlich durch die nahrhafte Milch seiner Mama ernährt wird, zeigt der Kleine mittlerweile schon Interesse an fester Nahrung. Lippenbären haben neben Früchten, Blüten und Honig eine ganz besondere Leibspeise: Termiten. Wie ein Staubsauger machen sie sich über ihre Lieblingsnahrung her. Dafür brechen Sie den Termiten-Bau auf, fahren die beweglichen Lippen aus, schließen die Nasenlöcher und saugen die kleinen Leckerbissen dann einfach auf. Die lange Zunge hilft ihnen beim Auflecken.

Lippenbären kommen ausschließlich auf dem indischen Subkontinent vor und werden von der Weltnaturschutzorganisation als gefährdet eingestuft. In Schutzgebieten sind die Populationen zwar relativ stabil, außerhalb dieser sind Lippenbären durch die Zerstörung der Wälder und die Jagd jedoch bedroht.

Rund 40 % der Säugetierarten im Zoo Berlin werden einer der Bedrohungskategorien der IUCN zugeordnet, durch Erhaltungszucht und Auswilderungs-Projekte spielt der Zoo Berlin eine wichtige Rolle im internationalen Arten- und Naturschutz.

 

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