Heidi Hetzer: In 950 Tagen um die Welt

Willkommen zu Hause Heidi! Vor der ITB Berlin wurde die Weltenbummlerin am Sonntag empfangen. Foto:"obs“/Messe Berlin GmbH/Volkmar OttoWillkommen zu Hause Heidi! Vor der ITB Berlin wurde die Weltenbummlerin am Sonntag empfangen. Foto:"obs“/Messe Berlin GmbH/Volkmar Otto

Nach zwei Jahren, sieben Monaten und genau zwölf Tagen um die ganze Welt ist Heidi Hetzer (79), langjährige Berliner Autohaus-Besitzerin und Rallye-Fahrerin mit Promi-Faktor, mit ihrem Oldtimer „Hudo“ wohlbehalten in ihre Heimatstadt zurückgekehrt . In 950 Tagen durchquerte sie ganze 50 Länder. Mit ihrem Hudson Greater Eight, Baujahr 1930, mit Holzspeichen-Felgen und Trockenkupplung mit unsynchronisiertem Drei-Gang-Getriebe hat sie dabei mehr als 84.000 Kilometer zutückgelegt. An diesem Sonntag kam Heidi Hetzer wieder nach Hause, medienwirksam: Zwölf Uhr mittags am Brandenburger Tor. Alles wie in einem alten Hollywood Film.

Den ersten Berlin-Halt machte sie aber auf dem Messegelände: „Da ist ja grad die ITB und die 46 Länder, durch die wir gefahren sind, wollen uns begrüßen. Das ist doch nett. Aber hoffentlich haben die keine Fähnchen. Fähnchen sind doof. Die erinnern mich an Hitler“, so die waschechte Berlinerin.

Vorbild für Hetzers Oldtimer-Trip durch Asien, Australien, Neuseeland, Nord- und Südamerika sowie das südliche Afrika zurück nach Europa war eine Reise der Industriellentochter und Rennfahrerin Clärenore Stinnes in den 1920er Jahren. Heidi Hetzer hat sich tapfer und mit einer Riesenportion Optimismus und positivem Denken über die Runden gekämpft.Mehrere Beifahrer fühlten sich den Strapazen nicht gewachsen. Aber Heidi Hetzer ließ sich nicht unterkriegen und fuhr allein weiter. Bei einer Autoreparatur verlor sie ein Stück eines Fingers, ein Backenzahn zwang zur Pause und wegen einer Krebs-OP musste sie kurze Zeit unterbrechen. Aber es ging immer weiter. „Sie hat Benzin im Blut“, sagte ihr Chirurg dazu.

Foto:"obs" Messe Berlin GmbH /Volkmar Otto

Foto:“obs“ Messe Berlin GmbH /Volkmar Otto

Auch Partner „Hudo“ machte Sorgen. Altersschwäche eben. Vor Paris ist er sogar völlig zusammengebrochen aber irgendwie kam er immer wieder „auf die Räder“. Der petrolfarbene Oldtimer schluckte 17 Liter auf 100 Kilometer, blieb liegen, verschliss Motoren und Ersatzteile. Aber er hat sie nie im Stich gelassen, weder in der afrikanischen Wüste noch bei eiskalten Bergüberquerungen in Asien. In Laos hatte er es mal nicht so richtig mit den Bremsen. „Bin ich halt langsamer gefahren“, sagt Hetzer.

Schweren Herzens wird sich Heidi Hetzer von ihm trennen. Zunächst kommt er in eine Oldtimer-Ausstellung in Essen und dann würde sie ihn gern ins Berliner Technikmuseum geben. „Aber nur mit der Auflage, dass ich ihn für eine Rallye da jederzeit wieder rausholen kann. Er soll ja nicht versauern.“

Zunächst will die Weltenbummlerin nun endlich ihren Enkel sehen und dann den 80. feiern. Aber auch nach dieser extremen Strapaze will sie kein geruhsames Seniorendasein führen. „Ausruhen kann ich, wenn ich alt bin“, sagt Heidi Hetzer.

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