México Circa 2000

Blick in die Ausstellung „Mexico Circa 2000“. / Bild: Botschaft von MexikoBlick in die Ausstellung „Mexico Circa 2000“. / Bild: Botschaft von Mexiko

Das diesjährige Ausstellungsprogramm der Botschaft von Mexiko beginnt mit einer Schau zeitgenössischer Kunst ersten Ranges: „México Circa 2000. Die Sammlung José Pinto Mazal“ zeigt Malerei, plastische und photographische Arbeiten international anerkannter mexikanischer Künstler. Pinto Mazal ist leidenschaftlicher Sammler und Kunstliebhaber und mit seiner Sammlung will er speziell junge mexikanische Künstler fördern.

José Pinto Mazals sorgfältig und verantwortungsvoll zusammengetragene Sammlung umfasst Kunstwerke, die in den Jahren 1980 bis 2013 von mexikanischen und internationalen Künstlern geschaffen wurden. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie in Mexiko einen für ihr künstlerisches Schaffen passenden Ort gefunden haben.

Neben einzelnen Skulpturen und Photographien zeigt die Ausstellung vor allem „Bilder“, die auch mit ungewöhnlichen Techniken wie der Collage oder mit dem Zusatz fremder Elemente (Kunststoff- oder Gipselemente) geschaffen wurden. Die Werke unterscheiden sich stark voneinander und folgen den unterschiedlichsten Richtungen der zeitgenössischen Kunst. So finden wir Gegenständlichkeit neben Abstraktion, Realismus und Informelles, aber auch Nachklänge der bedeutendsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts, vom Expressionismus bis zum Surrealismus.

Viele der hier vertretenen Künstler haben die renommierte Kunstakademie La Esmeralda in Mexiko City besucht. Fast alle können einen internationalen Werdegang mit Etappen in Europa, Fernost oder auch Australien vorweisen, so wie Javier de la Garza, dessen Gemälde durch ihre skulptural anmutende Wirkung hervorstechen, der Surrealist Julio Galan mit seinen geheimnisvollen Bildern , die konzeptuellen Arbeiten Gabriel Orozcos, die unterschiedliche Techniken aufnehmende Werke Hugo Lugos, beeindruckende Zeugnisse aus dem Frühwerk des auch auf der Documenta 13 ausgestellten belgischen Künstlers Francis Alÿs und abstrakte sich durch intensive Farben charakterisierende Bilder von Fernanda Brunet, die dem narrativen Realismus bei Daniel Lezamas Bildern gegenüberstehen.

José Pinto Mazal hat die Werke für seine Sammlung mit der Absicht ausgewählt, mit Hilfe der Kunst das heutige Bild Mexikos zu rekonstruieren. Vor allem liegt ihm eine Rekonstruktion des Bildes von Mexiko City am Herzen, dieser unendlichen Megalopole mit ihren dramatischen Kontrasten. Diese Kontraste spiegeln auch die von ihm zusammengetragenen Kunstwerke wieder: Sehr oft überschneiden sich verschiedene Trends und sind miteinander verflochten, ganz einem mexikanischen Paradigma entsprechend, das zur komplexen, vielschichtigen Erzählung neigt. Allen Trends, die in Europa mit voller Kraft ausgebrochen und auch nach Mexiko gekommen sind, wurden dort mit einem charakteristischen, eigenen Geist neu interpretiert. Europäische Stilrichtungen fusionieren mit dem allgegenwärtigen präkolumbinischen Erbe des Landes. Unausweichlich drückt sich so eine typisch mexikanische Prägung auf.

  • Die Ausstellung ist bis zum 15. April 2016, werktags zwischen 9:00 und 17:00, in der Botschaft von Mexiko, Klingelhöferstr. 3, 10785 Berlin zu sehen.

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